Das von Fraunhofer UMSICHT koordinierte Verbundprojekt gliedert sich in sechs technisch-wissenschaftliche Arbeitspakete und ein übergreifendes Arbeitspaket zur Projektsteuerung und Ergebnisverbreitung. Die Arbeiten werden in einem inter- und transdisziplinären Ansatz von vier Partnern (Universität Halle-Wittenberg, EFTAS, FEhS e.V. und UMSICHT) durchgeführt und vom Project Advisory Board (PAB) mit Vertretern aus Industrie, Politik, Wissenschaft und Verbänden begleitet.

Projektaufbau 96dpi

Im AP Übersichtskataster erfolgt die Konzeption, Entwicklung und Implementierung einer Geodatenbasis (Wissensbasis) über die Haldenlandschaft in Deutschland. Dabei wird eine einfache, überblicksartige, kartographische Darstellung der Halden (Bergbau und schwerpunktmäßig Hüttenhalden) anvisiert. Diese Übersicht wird zukünftig auf dieser Seite als WebGIS-Applikation auf Basis von OpenSource Komponenten zur Verfügung gestellt.

Fernerkundung hat das Ziel ein hierarchisch gegliedertes multiskalares Auswertesys-tem auf der Basis von multisensoralen Fernerkundungsdaten zu entwickeln. Dieses umfasst:

  • Ebene der Übersichtsinformationen zu den Halden, parallel zu der WebGIS-Datenerfassung für das Übersichtskataster
  • Ebene der regionalen Modellregion für das Ressourcenkataster
  • Ebene der detaillierten stofflichen Analysen an ausgewählten Halden ebenfalls für das Ressourcenkataster

Für die einzelnen Ebenen werden verschiedene Fernerkundungsdaten verwendet (optisch, Radar; unterschiedliche geometrische und spektrale Parameter). Die Skalenebenen unterscheiden sich hinsichtlich der zu generierenden Parameter aus den Fernerkundungsdaten. Diese Skalenebenen sind repräsentativ für:

  • Ersterfassung von Halden in Deutschland und damit zugleich repräsentativ für verschie-dene Regionen der Erde anhand von weltweit verfügbaren, kostenlosen SRTM-Radardaten mittels 3D-Oberflächengenerierung
  • Regionale Analysen von Regionen mit bekannten Halden zur mittelmaßstabigen Ober-flächendifferenzierung mittels weltweit verfügbarer Radardaten höherer Auflösung ( z. B. TerraSAR) und multispektaler Satelittendaten (z. B. Worldview)
  • Stoffliche Analysen ausgewählter Halden mittels Labor- und Feldspektrometrie und ab-bildender hyperspektraler Flugzeugscannerdaten

Das AP Ressourcenkataster erhöht die räumliche Auflösung und die inhaltliche Detailtiefe des Übersichtskatasters in einem GIS-gestützten regionalen Ressourcenkataster. Es ist das Ziel, die Stoffströme aus den (ehemaligen) Hüttenwerken einer Region abzuschätzen und damit die räumliche Verteilung der Ablagerungen in Halden darstellen zu können. Mindestens ein Haldenkörper wird im Detail als hochaufgelöstes 3-dimensionales Modell beschrieben. Basis für die Erstellung des regionalen Ressourcenkatasters bildet eine Untersuchung der regionalen Hütten- und Verfahrensgeschichte zur Stahlproduktion.

Das AP Analytik umfasst metallurgische Analysen und spektroradiometrischen Reflexionsmessungen von Haldenmaterialien. Am FEhS erfolgt die Feststoffanalytik, Eluatuntersuchungen und Untersuchungen zur mineralischen Zusammensetzung. Parallel dazu erfolgt an der Universität Halle die Anwendung der Reflexionsspektrometrie mit dem Ziel der spektralen Charakterisierung, der Bestimmung des Mineralbestandes sowie Analysen auf dem Zusammenhang der spektralen Eigenschaften zum Metallgehalt, der Verwitterungsprodukte oder andere Inhaltsstoffe. Abschließend erfolgt ein Vergleich der klassischen metallurgischen Methoden mit den Erkenntnissen der Reflexionsmessungen.

Im AP Wertstoffrückgewinnung sollen hinsichtlich der Rückgewinnung von relevanten Wertstoffen aus Stäuben, Schlämmen, Schlacken und sonstigem Hüttenschutt, Verfahrenskonzepte zur Wiedergewinnung beschrieben, analysiert und bewertet werden. Zunächst erfolgt die Betrachtung der Aufbereitung des ausgebauten Haldenmaterials mit dem Ziel die Materialien für die anschließenden thermischen oder chemischen Verwertungsverfahren optimal zu konfektionieren. Die Grundoperationen zu thermischen und chemischen Verwertungsverfahren werden näher betrachtet, während hierauf aufbauend gesamte Prozessketten konzipiert werden.